Kapoe – Suk Samran

Die Nacht war ruhig und ich habe gut geschlafen, leider haben wir das Licht erst um 23:30 Uhr ausgemacht, da ich die restlichen Tage hier im Süden geplant habe. Wann und wo wir welches spannende Hotel haben und wie wir unsere Tageskilometer aufteilen wollen. Zusätzlich haben wir uns noch für das Resort entschieden, in dem wir 4 Tage Strandferien machen wollen. Der Wecker klingelt somit erst um 8 Uhr. Ich frage mich zwar schon, warum wir hier im Süden erst so spät aufstehen, denn im Norden haben wir uns immer um 6:30 Uhr wecken lassen.

Die übliche Routine am Morgen, zusammenpacken, Bad besuchen, Sonnencreme und Mückenspray auf die Haut, Velo beladen und dann geht es auch schon los. Wir beschliessen nicht zu frühstücken, haben noch viele Kekse, die weg müssen. Katharina jammert schon seit Chiang Mai, dass sie das alles durch die Gegend fahren muss.

Wir fahren aus dem Dorf hinaus und ich merke, heute bin ich wieder fitter und es geht mir merklich besser als gestern.

Die Landschaft hier ist geprägt von Plantagen. Palmen, auf denen die Durianfrucht wächst, Kautschukbäume und dazwischen stehen Bananenbäume und sonstiges Grün, welches wir nicht zuordnen können. Die Kautschukbäume haben wir vorgestern das erste Mal gesehen und nicht gewusst, was die kleinen Becher ganz unten am Stamm zu bedeuten hatten. Ich vermutete etwas mit Gummi, aber das googlen brachte die Erklärung. Thailand ist das Land, welches am meisten Naturkautschuk produziert und exportiert. Selbst ein kleines Stück Land ergibt erhebliche Erträge, wovon man hier gut leben kann. Die Thais nennen den Baum auch Happytree, da ja die Kondome aus Latex gemacht werden :-).

Der Fadenmäher ist eines der Lieblingsgeräte der Thais. Sie benutzen ihn oft, auch auf grossen Flächen. Bis jetzt habe ich noch keinen Rasenmäher o.ä. gesehen. 


Eine Kautschukplantage. Die Rinde wird angeritzt, die „Milch“ fliesst in den schwarzen Behälter. Vermutlich wird sie dann fest und kann zu einem Ball geschoben werden. 

Wir fahren ca. 1km vom Meer entfernt, aber durch die Bewaldung, bzw. die Berge sehen wir nicht ein bisschen davon. Nach 6 km sehen wir ein Kaffee, wir halten an und es gibt heisse Schokolade für mich und Iced Cappucino für Katharina, leider gibt es nichts zu essen. Katharina sieht Kekse auf den Tischen stehen und macht ein Päcken auf, es ist süsses Knoblauchtoast. Sie meint nur, gar nicht so schlecht und isst tapfer die ganze Packung. 


Die Strasse ist die ersten 10km wellig, dann kommt ein ziemlicher Anstieg und ich merke deutlich, die Beine sind müde. Hinzu kommt noch, dass die Sonne genau beim Anstieg unerbittlich auf uns runter brennt. Ich denke, jetzt rächt sich das lange Schlafen. Aber auch da ist es so, irgendwie geht es immer weiter und eine Wasserdusche über den Kopf verschafft etwas Abkühlung. Ich merke inzwischen deutlich, dass ich müde bin, die Beine wollen nicht mehr so und weiter geht es nur, weil der Kopf sagt, es muss weiter gehen. 


Hier im Süden ist es anders als im Norden, wir haben Mühe uns zu finden, das gewisse Etwas fehlt, es gibt nichts Neues zu sehen. Die Menschen sind weiter weg von uns, sie leben nicht so unmittelbar an der Strasse. Die Offenheit ist nicht so unmittelbar und es gibt Dörfer, wo wir uns nicht so recht wohl fühlen, wo wir einfach schnell durchfahren. 

Dann war ich schon der Meinung, dass wir das Meer sehen werden, aber das wird nun erst in drei Tagen der Fall sein. 

Inzwischen sind wir bei 24 km, wie doch die Zeit vergeht, wenn man so seinen Gedanken freien Lauf lässt auf dem Velo. 

Wir haben Hunger und suchen nach etwas essbarem. Wir fahren durch ein Dorf, in dem alle Frauen Kopftuch tragen und die Männer lange weisse Gewänder. Es hat zwei Essstände, an denen aber nicht klar ist, was und wie man an das essen kommt. Es ist wieder mal so ein Unbehagen, welches wir schon ein paar Mal hier im Süden hatten. Wir fahren weiter und essen unsere Kekse und Nüsse. Bei Km 30 sehen wir einen Laden und halten an. Uns ist sofort wohl hier. Wir kaufen Chips und etwas Kaltes zu trinken. Pause im Schatten. Es ist kaum zu glauben, als wir wieder weiter fahren, kommen wir an drei Strassenküchen vorbei, so wie wir sie kennen. Nun jetzt sind die Chips schon im Bauch und das Ziel nicht mehr fern, drum fahren wir weiter.

Ein Brautkleidladen mitten im Nirgendwo.


Heute und auch die nächsten Tage werden wir bis auf sehr wenige Ausnahmen alles auf der Strasse Nr. 4 fahren, weil es einfach keine andere hier gibt, die uns in den Süden bringt. Die Landschaft ist geprägt von Hügeln, welche sehr steil sind und bis oben meist bewaldet, ein sattes dunkelgrün, sehr schön anzusehen. Wenn es flacher ist, sehen wir zwischen den Palmen und Bäumen viele Kühe, weisse Reiher, Ziegen und Wasserbüffel. Bis auf die Reiher sind die Tiere hier alle angebunden, an einen kleinen Pflock in der Erde, das Einzäunen ist wohl zu teuer.



Nach einem erneuten kleineren Anstieg bewegen wir uns wellig unserem Tagesziel entgegen. Heute ist das Hotel auch da, wo es sein soll und wir werden freundlich empfangen. Wir fragen, ob sie noch Zimmer haben, sie nicken und wir bekommen einen Bungalow etwas weg von der Strasse inmitten eines kleinen Parks mit See. Ein Herr zeigt uns alles und wir sind einverstanden. Er sagt was von Check in in zeigt auf sich. Wir hatten eigentlich mit der Dame abgemacht, dass wir erst Duschen und dann das Check in machen. Nun gut also gehe ich mit dem jungen Herr mit. Da er mit dem Roller da ist, bedeutet er mir, ich solle mich hinten drauf setzen und so fahre ich mich am Roller festkrallend auf dem Sozius mit. Ich muss erstmals meinen Pass abgeben und bekomme ihn erst morgen wieder. Ich hoffe, das geht gut, mir ist etwas unwohl dabei. Katharina erzählt aber, dass sie in der Ukraine auch schon den Pass abgeben musste, und das sei auch gut gegangen. Mir bleibt ausserdem eh nichts anderes übrig.
Zurück im Bungalow, ist duschen, Wäsche aufhängen, Bloggen und nichts tun angesagt.

Unser Bungalow für die Nacht. Wir teilen ihn mit ein paar Dutzend Ameisen. Dagegen streuen wir Babypuder auf die Türschwelle – ein einheimisches Mittel.


Ach ja, und den Wecker für morgen auf 7 Uhr stellen 🙂

Stefanie

 

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