Ausrüstung

Ob ein Wochenende, zwei Wochen Ferien oder ein Jahr Velotour, wir brauchen ein Zelt, Mätteli und Schlafsäcke, Wetterschutz-Kleidung (Kälte, Regen, Sonne) und Ersatzkleidung, eine Reiseapotheke, eine Werkstatt, Kochausrüstung (Kocher, Pfannen, Besteck, Tassen) sowie etwas Elektronik (Handies, Tablet inkl. Zubehör).

Das Wissen, dass wir uns auf eine einjährige Velotour vorbereiten, hat ein neues Licht auf unsere Ausrüstung geworfen. Jahrelang waren wir mit dem Nallo GT 2 von Hilleberg unterwegs. Jetzt fragten wir uns: Was, wenn wir einen Tag aussitzen müssen und im Innenzelt kann nur eine Person aufrecht sitzen? Das Zelt wird unser Daheim sein, da wir die Wohnung aufgegeben und den Hausrat eingestellt haben. Ebenso jahrelang haben wir auf dem Trangia gekocht. Die kleinen Pfannen und die kaum regulierbare Hitzezufuhr hatten uns schon länger genervt, aber für zwei Wochen Ferien ging das allemal. Plötzlich fragten wir uns, wollen wir das jeden Tag, ein Jahr lang?

Entsprechend haben wir beim Zelt aufgerüstet (auf das Namatj GT 3), beim Kocher (auf den Multifuel) und bei der Elektronik (vom Tablet zum Laptop, dazu kommen eine externe Festplatte für Bilder, zwei grosse Powerbanks à 20’000 mAh für unsere diversen Geräte, ein Solarpanel). Apotheke und Werkstatt sind umfangreicher geworden. Katharina hat ihren Schlafsack und ihre Daunenjacke ersetzt.

Zwischenstand nach drei Monaten
Die fünf Gegenstände, auf die wir nicht verzichten möchten
1. Die wind- und regendichten Winterhandschuhe, die wir uns zwei Tage vor der Abfahrt noch gekauft haben. In den ersten Wochen mit niedrigen Temperaturen und viel Wind waren wir immer wieder sehr dankbar für diese Handschuhe. Egal wie die Bise bläst und wie niedrig die Temperaturen sind, wir hatten warme Finger. Das hob die Motivation gewaltig.
2. Die Rückspiegel: Wir fahren seit vielen Jahren mit Rückspiegel, und das aus gutem Grund. Als Velofahrerinnen gehören wir (mit den FussgängerInnen) zu den schwächsten VerkehrsteilnehmerInnen. Wir überleben am ehesten, wenn wir am besten vorbereitet, am aufmerksamsten und am demütigsten fahren. Das heisst, den Verkehr von vorne (auf der Gegenfahrbahn) genauso im Blick haben wie den Verkehr von hinten. Ein Beispiel: Wenn ich einen LKW auf der Gegenfahrbahn sehe und im Rückspiegel einen zweiten von hinten, mache ich mich am besten aus dem Staub – das heisst, ins Gras, in den Strassengraben, auf den Randstreifen. Ausserdem hat diejenige, die vorne fährt, immer im Blick, wie weit die hinten Fahrende weg ist.
3. Der Tarp: Besonders wenn es regnet, verschafft uns der Tarp zusätzlichen Bewegungsspielraum, zum Kochen, zum Sitzen oder auch nur, dass es nicht ins Zelt reinregnet. Bei Sonne bietet er Schatten und wenn eine von uns zusätzliches Ruhebedürfnis hat, kann sie sich mit (und mit den Wanderstöcken) ein eigenes Zeltchen bauen.
4. Der Schüttel-Messbecher: Dieses Plastikteil haben wir zum ersten Mal dabei und finden es ziemlich nützlich. Es dient als zusätzliches Gefäss, zum Abmessen von Flüssigkeiten beim Kochen oder zum Abmessen von Milch (mit Schoggipulver) für Stefanie, wir rühren damit Mehl in Wasser oder Fertigsuppen an. Klar könnten wir ohne, keine Frage, aber wir nutzen ihn häufig.
5. Unsere 20’000-mAh-Powerbanks: Ob am Solarpanel oder an der Steckdose aufgeladen versorgen uns diese (zugegeben, nicht ganz leichten Dinger) mit genügend Saft für unsere Handies (vor allem das Navigieren braucht viel Batterie), E-Readers und Stefanies Diabetes-Gadgets.