Nai Thon Beach

Heute steht uns eine Aufgabe bevor, die mir ziemlich auf dem Magen liegt. Nämlich Kisten zu organisieren, um die Velos ins Flugzeug verladen zu können. Im Internet haben wir zwei Veloläden gefunden, die wir anvisieren, bevor wir bei Supermärkten um Kartonschachteln betteln gehen.

Beim Frühstück trinken wir einen frischen Ananassaft – herrlich. Anschliessend organisiert uns jemand vom Hotel ein Taxi und wir sitzen im Fond eines grossen SUV, tiefgekühlt wie immer, mit einem Fahrer, der auf der kurvigen Küstenstrasse versucht, die Telefonnummer vom ersten Bikeladen in sein Handy einzugeben, da er mit der Adresse nichts anfangen kann. Aber er schafft es und wir sind eine gute Viertelstunde später vor dem Laden. Der Fahrer würde liebend gerne auf uns warten, aber uns ist das finanziell zu heikel, also wimmeln wir ihn ab. 

Leider schüttelt die Frau im Laden vehement den Kopf, als wir nach Kisten fragen. Sie verleihen Velos, verkaufen nur sehr selten welche. Aber sie gibt uns den Tipp, beim Laden nachzufragen, den wir gestern ebenfalls im Internet gefunden haben. Nur ist jetzt leider unser Taxi weg und es ist nicht ganz einfach, ein anderes zu finden. Aber wir fragen uns durch.

Eine erneute Viertelstunde später stehen wir vor dem zweiten Laden im nächsten Dorf – geschlossen. Er sollte um 10 Uhr öffnen, es ist bereits zehn nach. An einem Tor hängt ein Schild, leider reicht das Englisch des Fahrers nicht aus, um es zu übersetzen. Ich befürchte schon, die nächsten Stunden von Laden zu Laden zu tingeln und nach Karton zu fragen, aus dem wir mühsam einen Velokarton basteln müssen. Da eilt eine junge Frau auf den Laden zu, Stefanie sprintet ihr nach, arbeiten Sie da, I am so sorry, sagt sie, weil sie zu spät ist, aber wir sind überglücklich, spüren, dass es gut kommt.

So ist es auch. Allerdings sind die Kisten wieder klein, viel kleiner als diejenigen, die wir vom Flughafen Belp hatten. Nun denn. Im Moment denken wir nicht darüber nach, wie viel wir werden abschrauben müssen und bedeuten dem Taxifahrer, er solle kurz warten. Für ihn lohnt sich das Geschäft dann doch noch, da er uns an den Nai Thon Beach zurückbringen darf. 🙂

Nach einem Ausflug zum Souvenir kaufen, einer Fussmassage und einem Kaffee stehen wir dann im Hotelzimmer und machen uns an die Demontage. Immer wieder halten wir den Karton hinter das bereits nicht mehr so veloähnlich aussehende Velo und schätzen ab, ob es reinpasst. Wie immer ist die Länge weniger das Problem als die Breite. Schliesslich sind beim Surly beide Räder weg, Guido weg, Lowrider weg, Sattel weg, Pedale weg, alles zusammengebunden mit Kabelbindern und die heikelsten Teile gepolstert mit Schaumstoff und das Gebilde passt in die Schachtel. Also, so ungefähr. Wir werden uns beim Zukleben noch Mühe geben müssen…

Beim Velotraum kann das Hinterrad drin bleiben, was sicher den Wechsler schont, allerdings muss dafür die Kiste noch deutlich mit Ducttape verstärkt werden. Nach gut drei Stunden sind wir fertig und ziemlich verschwitzt. Draussen ziehen dunkle Wolken auf und wir stürzen uns in die Badekleider und kurz danach in die Wellen. Die sind ziemlich hoch und folgen schnell aufeinander, so dass wir gar nicht richtig ins Meer rauskommen und ausserdem ständig wie in die Waschmaschine gelangen. Ich halte immer krampfhaft an meiner Sonnenbrille fest und versuche, die Orientierung nicht zu verlieren. 


Nach dem Abendessen mit – ach ja – Thaifood, fangen wir an zu packen und müssen uns noch wachhalten. Das heisst, wir werden wachgehalten. Vor unserem Fenster, auf der anderen Seite der Strasse hämmert ein Bass aus einem Auto, bei dem Heck und Kühlerhaube geöffnet sind und grüne und rote Lichter drinnen herumirren. Wir haben nicht herausgefunden, was er dort macht, aber er nervt. 

Der Mann fährt auf dem Roller, auf dem Seitenwagen bietet er Abendessen an. Interessiert sind Massagefrauen aus dem Salon nebendran und MItarbeitende unseres Hotels.

Auch am zweitletzten Tag entdecken wir noch neue Früchte.


Die letzte Nacht in Thailand bricht an und wir fallen müde ins Bett.

Katharina

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