Khao Lak – Ban Nai Rai

Heiss, heisser am heissesten. So war es heute.Wie immer, wenn wir in einem besseren Hotel sind, beginnt der Tag mit Frühstück im Hotel. Kaffee, viel Obst, Ei und was es eben sonst noch so gibt. Hier am Meer im La Flora gibt es sehr viel, immer frisch und lecker. Somit füllen wir unsere Bäuche, denn heute geht es wieder aufs Velo. Nach dem Packen belade ich die Velo, während Katharina das Check-Out macht. Schon beim Beladen der Velos läuft mir der Schweiss von der Stirn und ich denke, heute wird es wohl heiss. Wir fahren also um 9 Uhr am Hotel ab und gehen erst noch Wasser kaufen und zur Post, die letzten Postkarten abschicken, in der Hoffnung, das sie noch vor uns ankommen ;-).


Mit 4 Wasserflaschen a 1,5 Liter beladen fahren wir in Richtung Süden, alles der Strasse Nr. 4 entlang. Es geht durch das Dorf in Richtung Khao Lak Nationalpark. Der Verkehr ist schnell und wir haben wenig Platz auf der Strasse, da es keinen Standstreifen gibt, den es eigentlich auf den grossen Strassen immer hat. 


Der Nationalpark reicht bis ans Meer und wird zu einer Hügellandschaft, je weiter man ins Landesinnere kommt. Wir durchfahren ihn an der schmalsten Stelle und müssen ein paar Höhenmeter bewältigen, da dort der steilste Küstenabschnitt von Khao Lak ist. Hier ist die Strasse bergauf zum Glück zweispurig und wir haben genug Platz. Auch wenn die LKW oder die Pickups weit ausholen und genug Platz haben, so hupen sie doch immer, wenn sie an uns vorbei fahren, was ich langsam aber sicher nicht mehr lustig finde, da immer mehr direkt neben uns gehupt wird und da erschrickt man ziemlich, auch wenn man im Rückspiegel den LKW kommen sieht. Wir können nach dem heutigen Tag bestätigen, dass der Verkehr im Süden aggressiver ist. Irgend jemand hat uns das vor einiger Zeit erzählt. Ich geniesse die Landschaft trotzdem, die wie immer hier im Wald, ein sattes Grün aus verschiedenen Palmen, Sträuchern und Bäumen ist.

Nach 13 km sind wir aus dem Nationalpark draussen und die Strasse hat wieder einen Standstreifen und trotz Verkehr ist es deutlich angenehmer zu fahren. 

Die Sonne brennt auf der Haut und meine Vermutung, dass heute ein heisser Tag wird, hat sich schon erfüllt. Ich schreie zu Katharina vor, als ich ein Kaffee sehe, dass ich einen Stop brauche. Wir sitzen in den Schatten und geniessen unser Iced Tee und Iced Kaffee. Es ist fast 11 Uhr und heiss wird es jetzt eigentlich erst so richtig. Es hilft ja nichts, wir wollen weiter und so schwingen wir uns wieder auf die Velos und fahren los. Heute lautet die Devise Hauptsache Wind, selbst wenn es Gegenwind ist.

Hier kann ich beweisen, dass mein Kopf Velo fahren kann, auch wenn die Beine und der ganze Rest eigentlich nicht will. 


Katharina hält an jedem Schattenplätzchen an, diese kommen so alle 8-10 km, sonst brütende Sonne. Ich sage mir immer wieder, in ein paar Tagen ist es kalt, also geniesse ich die Wärme. Damit komme ich wieder ein paar Kilometer vorwärts. Bei jeder Schattenpause leere ich mir das inzwischen warme Wasser als Abkühlung über den Kopf, denn der wird langsam aber sicher bedenklich rot, so dass sich Katharina Sorgen macht. Irgendwie sind wir dann 35 km gefahren und kommen nach Thai Muang, wo wir in einer Strassenküche essen und uns unter den Ventilatoren abkühlen. Katharina ist mal wieder mutig und probiert so runde geleeartige kleine Kugeln, die in der Mitte einen festen Kern haben und in zuckerigem Wasser schwimmen. Da die Tüte nun offen ist, probiere ich auch. Nun ganz okay, aber sooo süss, dass mir fast der Mund zuklebt. 


Beim Velo wieder startklar machen, werde ich von einer Frau auf dem Roller angesprochen, von wo wir kommen, seit wann wir hier sind und welche Route wir gefahren sind. Ich gebe stolz Auskunft und sie antwortet mit mehreren Oh, Ah und wow „You are strong“. Ich freue mich einerseits über mein Englisch und andererseits über die immer wiederkehrende Freundlichkeit der Thais. Sie gibt mir noch auf den Weg „Be careful, the trucks are big and fast“. Das haben wir nun schon oft gehört, wenn wir erzählen, was wir machen. Die Thais scheinen sich der Gefährlichkeit ihres Verkehres bewusst zu sein und trotzdem trägt nahezu niemand einen Helm und es fahren alle auf der Laderampe des Pickups mit. Verkehrte Welt. 


Wir fahren weiter und zweigen hier auf die kleine Strasse Nr. 3025 ab, die dann in die Nr. 2013 und schliesslich in die Nr. 3006 übergeht. 


Hier ist es wunderbar zu fahren, die Landschaft ist durchsetzt vielen kleineren Teiche und kleinen Flüsschen, die zum Meer fliessen. Wir sind Luftlinie nur etwa 400 Meter entfernt, können es aber durch die Palmen nicht sehen. Die Strasse ist schmal, aber quasi kein Verkehr. Wir fahren fast immer nebeneinander. Ab und zu kommen ein paar Häuser-Ansammlungen, vor denen Krabben getrocknet werden, die hier in den Teichen gezüchtet werden.


Ich sauge die Schönheit so richtig in mir auf, denn es werden nicht mehr viele so kleine Strässchen folgen, von denen wir ja im Norden einige hatten. Kurz vor dem Hotel, welches an dieser kleinen Strasse liegt, kaufen wir nochmals Wasser, denn bei der Hitze heute haben wir die 4 Wasserflaschen schnell geleert.

Wir werden mit einem eisgekühlten Ananassaft im Hotel empfangen. Nach den Check-in Formalitäten werden wir mit einem Golfwägeli zum Zimmer begleitet. Der Mann vom Hotel vorne weg und wir mit den Velos hinten drein. 


Das Zimmer ist schön, im inzwischen gewohnten Tropenschick und mit Blick aufs Meer. Dass die Dusche kein heisses Wasser liefert, ist uns heute dann doch fast egal. 

Mein Kopf kann Velo fahren!

Stefanie

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