Khao Lak Day 1

Der Morgen sah ziemlich simpel aus, nachdem wir um sieben erwacht waren. Frühstücken auf der Terrasse in der Sonne, beim Wellenrauschen und einem leichten Wind in den Palmen über den zwei Reihen von Liegestühlen, von denen noch nicht alle besetzt waren.Nach etwas Speck und einem Spiegelei, Bananenkuchen, Toast, Waffel, French Toast, einem grossen Fruchtteller, zwei Gläsern Fruchtsaft und einem zweiten Kaffee lagen wir dann in den Badekleidern auf zwei Liegestühlen in der ersten Reihen und schauten auf den Horizont. Schön waagrecht erstreckte sich der auf fast 180 Grad, nur unförmig unterbrochen von ein paar Schiffen. Das Meer rauschte rhythmisch an den Strand, über uns wackelten die schmalen Blätter der Palmen im Wind und Sonnenflecken huschten über unsere Haut. Wir dachten nach, dösten, lasen, schwiegen, plaudern konnte man nicht, das Meer war zu laut und eine Art Nachttisch trennte unsere Liegenstühle.

Ich bin ja Strandurlaub nicht gewohnt und bin auch weiterhin der Meinung, allzu lange könnte ich das nicht aushalten. Ausserdem tat mir anschliessend der Rücken weh vom Liegestuhl. Aber als ich so dalag im Halbschatten, auf den Horizont hinausschaute und die Hintergrundgeräusche (Gäste, Angestellte, Musik, mal ein Auto) im Wellenrauschen verschwanden, sich die Palmwedel über mir bewegten, da breitete sich in mir ein Gefühl von Zufriedenheit aus. Ich dachte an all die Landschaften, die wir durchradelt hatten, die Menschen, die wir getroffen hatten, an das viele Schwitzen und den Thaifood, an Geckos und Schmetterlinge und die Elefanten. Das Meer bietet Raum und wenig Ablenkung, aber doch genug, um sich nicht nach etwas anderem umzusehen. Durch das rhythmische Wellenspiel eröffnet es einen Hintergrund, um davor die Gedanken laufen zu lassen. Ab und zu gab es wieder etwas zu beobachten (wenn sich eine Frau genierte, für ihren Freund vor der Kamera zu posieren und wir alle zuschauten oder als zwei mit dem Kanu ins Meer wollten und im wadentiefen Wasser kenterten), dann schweiften die Gedanken wieder ab. Sowas braucht es ab und zu, insbesondere dann, wenn sich über Tage so viele Eindrücke im Bewusstsein stauen. Irgendwann muss wieder ein bisschen aufgeräumt werden.

Kurz zog es uns ins Wasser, das Meer ist einigermassen warm, aber nicht so sehr, dass es nicht mehr als Abkühlung durchgehen würde. Anschliessend wieder trocknen auf dem Liegestuhl. Dabei erwischte ich im trügerischen Halbschatten etwas viel Sonne.

Nach dem Mittagessen gaben wir unsere Liegestühle frei. Zurück im Zimmer stellten wir fest, dass die Zimmerfrauen zugange waren, also erkundeten wir die Anlage inklusive Bibliothek mit Kühlschrank-Klima. Die Regale sind mit verschiedenen Sprachen angeschrieben, auf dem englischen Regal fand ich Bücher in Holländisch, diversen skandinavischen Sprachen und ja, Englisch. Das meiste war aber Nora Roberts und Kriminalromane und uns war es zum Stöbern zu kalt. Also halt gegenüber zur Fussmassage. Das herausragendste Ereignis der stündigen Massage war, dass zwischendrin die Sicherung raussprang und sich der Ventilator immer langsamer drehte. Sofort wurde es ziemlich warm in dem garagenähnlichen Raum. Die zwei Frauen lachten und gestikulierten nach draussen, wo ihre Arbeitskolleginnen sassen, dass jemand die Sicherung wieder reindrücken sollte.

Wir beschlossen, auf einen kurzen Spaziergang ins Dorf zu gehen und zu schauen, ob wir ein Strandkleid finden. Im Gegensatz zu mir fand Stefanie auch etwas und verhandelte mit Hilfe des Taschenrechners den Preis. Da fing es an zu regnen.

Es donnerte ein paar wenige Male, tröpfelte dann für einige Sekunden und dann öffneten sich die Schleusen. Ich dachte immer, das sei eine Worthülse, aber hier fühlt es sich wirklich so an. Im Nu waren die Strassen leer, die Thai drückten sich mit gerunzelter Stirn und leicht nach oben gerichtetem Blick unter die Vordächer von Kleider- und Souvenirshops. Bald stand das Wasser knöcheltief auf der Strasse, floss in braunen Striemen von einer Baustelle, sammelte sich an Strassenrändern ohne Abfluss, rauschte von den Dächern. Unsere Schirm schützte wohl den Arm/die Schulter, die ihn hielten, sowie das Gesicht. Bald spürte ich das T-Shirt am Rücken kleben und grosse Tropfen nässten die kurze Hose. Ausserdem spritzte bei jedem Schritt zusätzlich Wasser hoch. In den Sandalen scheuerte etwas, was aber bei jedem Schritt durch das Wasser gekühlt wurde. Wir holten im Vorbeigehen die gewaschene Wäsche ab, die Frauen betrachteten uns erstaunt, wickelten uns aber die Säcke in einen zusätzlichen Plastiksack. 

Auch im Resort waren die Wege überschwemmt, die grauen Platten verschwanden unter bräunlichem Regenwasser. Eine Angestellte watete vorsichtig in Plastikschuhen vorbei, als wir uns vor der Türe bis auf die Unterwäsche auszogen. Sawadee kha, sagte die Frau freundlich.


Katharina

Bilder von der Strandansicht kommen später.

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