Chiang Mai day 4

Wir sind heute früh auf den Beinen, um 8:30 Uhr verlassen wir das Hotel mit einem Sack Wäsche unter dem Arm. Das Hotel wäscht ja auch, aber pro Stück und in der Stadt wird pro Kilo gewaschen, und somit haben wir uns für die Stadt entschieden, da wir 1. schon mal das Hotel waschen liessen und wir 2. weniger dreckige Sachen jetzt hatten.Gleich um die Ecke, ca. 200m entfernt gibt es einen Waschservice. Heute Abend wird es fertig sein und 80 Baht kosten, also ca. 2 CHF.

Im Anschluss nehmen wir ein TukTuk und lassen uns zum Busbahnhof bringen, also zumindest denken wir das. Als dann der Fahrer in eine andere Richtung fährt, sagen wir nochmals, wo wir hin wollen. Ach so dort hin, okay also wieder zurück und raus aus der Stadt. Als wir dann mal selbst auf GoogleMaps schauen, sind wir ein Stück entfernt vom Busbahnhof. Da wir sagten, wir wollen auf den Doi Suthep (den Hausberg von Chiang Mai), hat er die weiter entfernter Busstation angefahren, was natürlich mehr kostete. Gut also wir zahlen. Wir haben zwei totale Anfängerfehler gemacht: 1. muss man genau wissen wo man hinwill, 2. muss vorher der Preis dorthin verhandelt werden (beides wissen wir eigentlich, aber waren zu faul…). Nun dafür kostet die anschliessende Fahrt mit dem Songthaew nur 40 Baht, um auf den Berg zu kommen. Die Fahrt ist kurvenreich, dazu kommt, dass wir mal wieder längs der Fahrtrichtung sitzen und somit wird uns schlecht. Oben angekommen, stürzten wir uns wie alle anderen auch ins Getümmel und schauen uns den Tempel (welcher für die Thais eine grosse Bedeutung hat) an und staunen über die Art und Weise, wie die Thais dem Buddha ihre Ehre und Anbetung erweisen. Es ist so still wie im Kölner Dom (also nicht) und dementsprechend finde ich es gar nicht heilig. Dazu kommen die weniger oder mehr rücksichtnehmenden Touristen. Der Tempel selbst ist schön, alles sehr filigran gearbeitet, mit Gold überzogen und eine grosse Anzahl verschiedener Buddhas.


Das Dunkelgrüne sind gerollte Bananenblätter.

Schuhe aus vor dem Tempel.


Als wir wieder aus der Tempelanlage kommen, schauen wir uns Chiang Mai noch von oben an, die Aussicht auf die Stadt ist gut, die Berge sind nicht zu sehen, da es in der Ferne dunstig ist.

Die Menschen strömen immer in grösseren Gruppen die lange Treppe hinauf, welche zum Tempel führt, da entscheiden wir, dass wir wieder runter gehen. Wir suchen ein Songthaew und finden eines, welches uns Downtown bringt. Als ich zahle, sagt er 180, ich gebe ihm 200 und er bedankt sich und weg ist er. Ich sehe Verlust da und denke, so bekommt man sein Trinkgeld auch zusammen. Wir sind froh, das wir bald wieder auf unseren Velos sitzen und auf den schwierigen ÖV in der Stadt nicht mehr angewiesen sind.

Nach einem heissen, ca. 1,5 km langen Fussmarsch sind wir dann wieder im Hotel. Wir duschen, relaxen kurz, denn um 14 Uhr werden wir von Vannee abgeholt, bei der wir einen Kochkurs gebucht haben.

Wir werden also von einer älteren, kleinen Frau in der Lobby des Hotels abgeholt und nach draussen zu einem Auto begleitet. Im Auto sitzt schon eine Frau ähnlichen Alters am Steuer und begrüsst uns mit Sawadee kah. Vannee sagt uns, dass wir jetzt zu einem lokalen Markt fahren, einer der ältesten in Chiang Mai, geöffnet von 3 Uhr bis 20 Uhr. Wie üblich wird das Auto auf Minusgrade heruntergekühlt, wenn man schon eine Klimaanlage hat, muss die ja auch genutzt werden. Die Frau fährt gemächlich los und Vannee gibt auf Thai Anweisungen, bzw. wir vermuten es, wo und wie die Frau fahren müsste. Sie reden wild durcheinander und wir lachen immer wieder, auch wenn wir nichts verstehen, die Sprache ist so lustig, wenn sie so schnell wie bei diesen beiden gesprochen wird. 

Auf dem Markt kaufen wir ein paar Dinge ein und Vannee erklärt uns dies und das. Zum Beispiel lassen wir frische Kokosnuss raspeln und dann mit Wasser zusammen pressen. Daraus entsteht Kokosmilch und Kokossahne.

Geraspeltes Kokosfleisch wird mit Wasser übergossen und gepresst. Dadurch entsteht Kokosmilch und -Sahne.

Das ausgepresste Kokosfleisch wird den Hühnern gefüttert.

Verschiedene Currypasten, maschinell gemörsert.


Der Markt bietet frische Zutaten, von Gemüse über Fleisch (inkl. Fisch, kleine Aale und Frösche) und die nötigen Gewürze.

Auf der Fahrt zur Küche, entbrennt wieder eine wilde Diskussion, wo durchgefahren werden soll. Irgendwann nach 25 Minuten Fahrt stehen wir vor dem Haus von Vannee und dort ist eine grosse Openair-Küche.


Wir bekommen Kochschürzen und dann geht es auch schon los, wir werden grüne Currypaste machen. Vannee erklärt uns, dass es bei den Chili nicht auf die Farbe ankommt, sondern auf die Grösse. Je kleiner desto schärfer. Wir entscheiden uns für je eine mittelgrosse Chili. Als wir dann alles möglichst klein geschnitten und in den Mörser geschmissen haben, gehts an die Arbeit. Wir setzen uns auf den Boden und müssen nun alles zermahlen im Mörser. Nach ca. 10 Minuten ist es geschafft und wir beginnen mit dem eigentlichen Kochen, also am Gasherd. Vannee befiehlt uns, wann wir rühren sollen, wann nicht, ob viel Hitze oder wenig. Wir machen alles so, wie sie sagt und am Ende essen wir ein herrliches grünes Curry und freuen uns daran, dass wir die Paste selbst gemacht haben! (Katharina: Es ist interessant, die Zutaten für ein Curry kennenzulernen – bislang war das Gericht mehr oder weniger eine Blackbox. Von der Fischsauce braucht es nur sehr wenig, very smelly, aber wenn mit Gewürzen gemischt, nicht mehr smelly, sagt Vannee und ich denke daran, dass Hans mal Fischsauce statt Sojasauce gekauft hat, oder?)

Mit Vannee, unserer Kochlehrerin von „Classic home cooking“.

Pad Thai, die Tamarindsauce macht es leicht säuerlich.

Grünes Curry mit Auberginen, Basilikum und Poulet.


So geht das nun noch dreimal und wir können jeweils nach jedem Gang unsere selbst gemachten Speisen essen und herausschmecken, was jeweils der Unterschied ist, denn es kamen immer andere Gewürzsossen rein. Zum Schluss machen wir noch mein Lieblingsdessert, sticky rice mit Mango und Cocosnussmilch.

Wir geniessen den Kochkurs und freuen uns, dass wir alleine sind und Vannee uns alle Fragen beantworten kann. Am Ende bekommen wir ein Kochbuch geschenkt, mit vielen vielen Gerichten darin unter anderem die vier, welche wir gekocht haben. Zusätzlich gibt es noch ein Zertifikat, dass wir einen Thaikochkurs besucht haben. Katharina meint dann: „Zum Thairestaurant reicht es wohl noch nicht “ 🙂 Ich bin so begeistert, dass ich finde, dass die Freunde und die Familie aber daran glauben müssen und zum Thaiessen eingeladen werden.

Wir werden vom Schwiegersohn von Vannee zurück ins Hotel gebracht, wo wir nur kurz die gewaschene Wäsche vom Waschsalon deponieren und uns mit Antimückenspray einsprühen. Wir wollen noch zum Lichterfest, welches gestern und heute stattfindet. Wir laufen in Richtung Nachtbazar und Fluss, wo wir dem Umzug begegnen. Grosse Wagen mit glitzernden weissen Gebilden (typisch Thai, sehr filigran ausgeschnitten) und grossen Bildern vom König ziehen mit Musik an uns vorbei. Wir kämpfen uns durch die Mengen, denn wir wollen unsere soeben erstandene Papierlaterne in den Himmel schicken und das Krathong in den Fluss setzen. Die Papierlaterne ist ein grosser weisser Papiersack, an dessen Öffnung ein rundes brennbares Fasermaterial ist, welches angezündet wird und dann durch das Aufheizen der Luft in der Papierlaterne dieselbe gen Himmel steigt. Wunderschön anzusehen, da dies viele Menschen zusammen machen und so viele Laternen in Richtung Himmel schweben. Das Krathong ist ein kleines Floss, welches aus einer Scheibe eines Bananenbaumes besteht, mit Bananenblättern verkleidet und mit Räucherstäbchen, Kerze und Blumen geschmückt ist. Wir suchen eine geeignete Stelle am Fluss und lassen es schwimmen und sehen zu wie es flussabwärts schwimmt. Beide Aktionen werden bei Vollmond im 12. Monat des Thailändischen Kalenders gemacht. Ihre Bedeutung ist, dass man sowohl mit dem Krathong wie auch mit der Papierlaterne die Ängste in den Himmel bzw. im Wasser davonschwimmen lässt und sich somit davon befreit. Wir sind glücklich, dass es geklappt hat, denn wir wussten lange nicht wie und wo das Fest stattfindet, da es sehr widersprüchliche Aussagen gab. Wir haben dann entschieden, einfach mal hinzugehen und zu schauen was man sehen kann. Es hat sich gelohnt. Auf dem Rückweg zum Hotel schauen wir uns noch einen Teil des Umzuges, welcher vor allem dem verstorbenem König gewidmet ist. 

Schulklassen tragen solche Lichter, aus Petflaschen gebastelt, im Umzug mit.


Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und ein schöner Abschluss in Chiang Mai ist uns gelungen. 

Stefanie
  

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